Warum Nicht Bayern so sehr als Bayern gesehen werden wollen?

Die Bayern. Mit Stolz und viel Tradition. Tradition, schon immer da gewesen und immer mitgenommen in die Zukunft. Das moderne, liberale Bayern, ohne protektionistische Parolen, für das Bierzelt-publikum ausgerichtet  und trotzdem irgendwie stolz auf das was sie aus dem Land gemacht haben.

Ja, sie lieben ihre Tradition. Tracht ist in. Junge Typen, die ihre Lederhosn cool unterhalb der Hüfte tragen, wie Rapper ihre Jeans. Tradition mitgenommen, angepasst an das moderne Heute. Lässig, locker getragen, eine Hose an der man sich auch mal die Hände abwischen kann, die das einfach wegsteckt und ein bisschen speckiger wird und immer schöner über die Jahre.

In welchem anderen Bundesland wird irgendeine Art von Tradition gelebt?  Und wieso is sie  ausgerechnet in Bayern erhalten? Kann es sein dass die anderen Bundesländer dies nie so hatten? Was war mit den stolzen Preußen damals? Haben sie nicht „mit hinüber gerettet“ in die Moderne?

Gerade die Norddeutschen die sich manchmal mit harten norddeutscher Sprache darüber lustig machen, über den Bayern, sich erhaben über sie fühlen, sich dann aber doch als BAYERN verkleiden?

Darüber schüttelt der echte Bayer nur den Kopf.

Erkennt man sie immer die verkleideten, die so gern dazu gehören wollen und sei es nur für einen Augenblick.

Tipps von Einheimischen, was man bei einer Tracht beachten sollte, werden ignoriert, nicht angenommen.  (Dass sind die die sich NIE integrieren  wollen und auch nach Jahren keine bayerischen Freunde oder Sportkumpels haben, nie einem Verein beigetreten sind, sich nie für die bayerische Kultur interessiert haben und nach Jahrzehnten beim Bäcker immer noch Brötchen bestellen).

Wenn man in München wohnt oder öfter geschäftlich hier ist, muss es jedem auffallen, spätestens ab Juni flaniert ein großer Teil der Touristen in Tracht durch die Stadt.

Tracht ist Tradition – das tut aber für all die Möchte-Gern`s nichts zu Sache. Kein Gefühl dafür aber  brechen Sie mit alten Regeln und erfinden Tracht Neu nach ihren Regeln, ohne Gefühl, ohne Wertschätzung,  klar dass das nicht gut ankommt.

Wer so alles in bayerische Tracht, schlüpft, ist  denn echte Bayern ein Graus. Sie verachten es zutiefst, wenn sich Nicht-Bajuwaren in ihre Stammesgewänder hüllen.

Was man da jedes Jahr auf der Wiesn sehen muss, lässt das bayerische Herz bluten.

Die Tracht – sie  wird extra gekauft, vor dem München Besuch. Und nicht immer nur die billigste Ware aus Fernost.

Schicke norddeutsche Business Männer in einer Gruppe, man sieht ihnen aus der Entfernung an, dass sie genug Geld haben, Düsseldorfer wahrscheinlich,   mit dicker riesengroßer Rolex ums Handgelenk , mit super teurem aber wirklich schönem Janker, perfekt geschnitten und sie haben sich sogar an die bayerischen „Regeln“ gehalten, ein Janker in Bayern geschneidert (sparsam in Farben, am besten ein schönes Grau, kombiniert mit passenden, nicht schreienden Farben, Hornknöpfen, nicht zu eng geschnitten, ein Pullover muss schon locker darunter passen und ein MUSS bei dem Bayerischen Janker:  einem unbedingtem KRAGEN, bitte kein „Look at me – Signalfarbe“ Rot, das hat ein Janker nun mal nicht, doch aber mit den passenden Wadlsocken und moderen wirklich schön gemachten Haferschuhen.

Ein Janker ist cool. Nicht aufgesetzt, nicht auffallend, er ist einfach cool, Einfach.   Wenn man die Geschichte kennt, versteht man auch warum, Kleidung sollte lange halten, warm halten, praktisch sein, aus guter Qualität damit sie lange hält. Es ist keine Jacke mit der man auffallen will.

Zurück zu den Düsseldorfern. Alles perfekt, eigentlich. Gut die teuere Gucci-Sonnenbrille passt nicht unbedingt dazu, :-), die Hirschlederne ist jedoch von exquisiter Qualität, wirklich wunderschönes Leder, bestimmt sehr sehr teuer.

Dann aber, oh weh,  ist mit einem Schlag ist der ganze Look kaput,  gebrochen, autsch, dachte doch der Träger mit seiner noch passablen Figur müsse die Lederne kurz und eng sein, sie spannt beim gehen um die Schenkel, ist zu kurz für ihn eindeutig (auch bei Männern gilt die Altersegel – eine kurze Lederne dürfen nur Buben anziehen, also vor der Pubertät dann wird’s peinlich…)

Schade. So viel Geld und dann einfach zu viel. Warum gerade die Nichtbayern sich in enge, kurze Lederne stecken haben wir noch nie verstanden, es passt nicht. Oder in viel zu bunte  Jacken.  Tracht ist nicht Karneval. Genau so wird es aber von Nicht-Bayern verstanden, gelebt.  Klar dass das viele Bayern ärgert. Die Wertschätzung fehlt.

Pep Guardiola in Lederhosen ist mehr als okay, als (EX) Bayern-Trainer darf der das. Noch dazu hat er Stil und weiß sich anzupassen,  hat  den notwendigen Körper und die perfekten Berater.

Die bayerisch verkleideten Mädels dagegen tragen zu superkurzen Gewändern Typ Landhausstil seltsam anmutende Hüte in den Modefarben apfelgrün oder fuchsia. Brechreiz für echte Bayern.

Dass Tracht Tradition bedeutet und eben nicht Mode, tut hier nichts zur Sache. Die Lust am Belehren und Besserwissertum gepaart mit besonders forschem Auftreten (klare Kante) halten Bayern für typisch deutsch und reagieren darauf entsprechend allergisch.

Auch die Bayern sind nicht alle perfekt, sie dürfen es aber auch, denn aus ihrer Sicht ist es ja ihr Brauchtum, ihre Tradition, wenigstens wissen sie darüber und verkleiden sich nicht, Dialekt und „Aussehen /Tracht“ das passt wenigstens schon mal zusammen. „Wos mia deaffa, deaffe de no lang ned.“

Das Bayern im Endeffekt auch  Deutsche sind, das geben sie auch zu, klar der Nichtbayer muss schon perfekt sein, wenn er sich schon als Bayer kleidet und wenn er das schafft, wird das auch mit viel Herzlichkeit anerkannt (Du schaut ja guat aus- siehe Pep Gauardiolas Look in Tracht :-).

Kimi
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