Resüme zu Elf Minuten und Wahrhaftigkeit – ein Mann muss präsent sein

Wann ist ein Mann ein Mann? Kennen wir alle von Herbert Grönemeyer. Unrecht hat er ja nicht mit der Frage.

Sicher,  musste der Mann in den letzten Generationen viele Veränderungen mitmachen. Aber eines ist auch klar, der Mann ist körperlich immer noch stärker und schneller als die Frau.
Daher will man als Frau auch einen Partner, der „seinen Mann steht“, „Mann ist, sich männlich“ zeigt.  Woran „misst“ man das? Hmmm,  Selbstbewusstsein und gesundes Durchsetzungsvermögen, präsent sein sind schon mal ein wichtiger Indikator.  Präsent sein, egal wie heikel die Situation ist, sich mit der Situation auseinander setzen, Klartext reden.  In einer Liebesbeziehung, egal welcher Art (also auch P6) ist das jemand an dem Frau  sich anschmiegen kann, einen auffängt, zuhört, zuspricht, für einen da ist.  Der lieb ist, da ist, aber beim Sex fordert, vorgibt, ansagt, eher dominant als devot ist.

Ob ein devoter Mann als Mann gesehen wird, mag ich gesellschaftlich gesehen nicht beurteilen, ich glaube aber eher nicht. Mit „Mann sein“ verbinden sich bestimmte Vorstellungen die uns über Jahrtausende mitgegeben worden sind und irgendwie haben sich auch ihre Berechtigung, allein schon aus der Geschichte: „Mann – Jäger und Frau – Gejagte“.  Naturbedingt sozusagen. Auch wenn die Frau heute im Leben durchaus ebenbürtig da steht, ist doch die Frau immer noch diejenige die zarter ist, empfindlicher und schützenswerter – vom Mann.

Ein starker, präsenter Mann gibt einer Frau ein gutes Gefühl.  Die Präsenz ist wichtig, „er ist da, hilft, beschützt, regelt, wenns darauf ankommt“.  Wunderbar. So geht es allen Frauen mit denen ich spreche. Interessant, dass es für alle gleich ist . Immer noch 🙂  Wenn die Frau in einer Partnerschaft das übernehmen muss ist etwas arg aus dem Ruder gelaufen, außer die beiden haben das so ausgemacht. Das ist aber in den allerwenigsten Fällen der Fall die ich kenne, die mir erzählt werden. Wenn die Frau die Rolle des Mannes übernimmt, alles regelt und kontrolliert, nach Außen hin die Familie vertritt, der Mann ganz offensichtlich der SCHWACHE ist, der nichts sagt, nichts zu sagen hat, ist das für die Gesellschaft oft ein seltsamer Eindruck.

Maria konnte viel erzählen, hinterher,  aus ihrer Zeit als Prostituierte.  Manchmal hatte sie sich sehr geöffnet, Kunden auch privat kennengelernt, so auch Pierre, der sie einweihte in die Kunst des sich Fallenlassen, der Hingabe und des Vertrauens.

Sehr sehr feinfühlig und sensibel nahm sie alles wahr, auch das Ungesagte zwischen den Zeilen. Pierre war bequem verheiratet, lange schon, die Luft aber war raus, aber sie lebten bequem nebeneinander her, so wie es halt so ist, bei vielen Beziehungen.

Maria kam ja ganz allein aus Brasilien in die Schweiz, sie hatte niemanden. Nur der Club in dem sie arbeitete, das wurde ihre Heimat.

Pierre wurde einer ihrer Hauptfreier und ihr bester Kunde.  In der Zeit als es besonders schlecht in seiner Ehe lief und sich laufend darüber bei Maria beklagte, war die Beziehung besonders stark, Maria fing ihn auf, tröstete ihn, nahm seinen Schmerz als den ihren auf.  Litt mit ihm, weinte wegen seiner unglücklichen Beziehung,  so sehr nahm sie das alles mit. Nahm den ganzen Familienärger den er bei ihr ablud auf, fühlte mit ihm, versuchte ihm zu helfen, gab Ratschläge, ging traurig zu Bett, wegen Pierre. Pierre war da,  wann es ihm passte und dann war er wieder weg, wochenlang ohne sich zu melden. Klar er durfte das. Zahlte ja für seine Zeit. Trotzdem aber fühlte sich Maria ihm sehr nahe. Vermisste ihn wen er nicht da war, lenkte sich ab.  Es wurde zu einen kleinen, aber andauernden  Qual für Maria. Sie litt  wegen ihm und zeigte es doch nie. Eine so sensible aber nach außen hin starke Frau. Es frass sie innerlich auf.

Die Beziehung veränderte sich.

Obwohl Pierre noch immer für ihre Zeit zahlte, hatte sie doch einen eher privaten Charakter.  Marias Zeit in der Schweiz ging zu Ende, eigentlich wollte sie Pierre mit nach Brasilien nehmen, sie wartete nur auf ein letztes Zeichen von Pierre, der ja immer so tat, als sei sie alles im Leben was ihm etwas bedeutete. Er der ihr schon in der ersten Woche sagte, schrieb das er sie liebe, was Maria zu diesem Zeitpunkt nicht nachvollziehen konnte und ihm sagte, das er nicht wisse was Liebe sei, denn nach so kurzer Zeit könne man das nicht einfach so zu jemanden sagen.

Je näher ihr Abschied von der Schweiz kam, das Rückflugticket war gekauft, umso mehr zog sich Pierre zurück, Maria bat ihn zu schreiben, als er auf Geschäftsreise musste, er versprach es auch, doch hörte sie dann  tage- oder wochenlang nichts nichts von ihm  und es war sie die sich wieder bei ihm melden musste.  Vielleicht hätte sie dann schon wissen müssen, dass er einer war, der mal leicht mit Worten umging, diese leichtfertig benütze aber eigentlich nichts wahres dahinter war.

So flog  Maria flog  sehr traurig und sehr enttäuscht zurück nach Brasilien. Alles hätte sie verstanden, hätte er nur mit ihr geredet, was gesagt, was erklärt, aber dieses nichts sagen, dieses sich verstecken war sehr verletzend, stand es doch im großer Diskrepanz zu seinen Worten, seinen Mails, seinen Briefen die sie alle sorgsam verwahrt behielt.

Sehr viele Monate später erreichte sie ein Brief der Ehefrau von Pierre. Die Ehefrau, die immer alles ausgehalten hatte. Immer auf der Suche nach Liebe von Pierre war. Und sie doch nie bekam. Einer liebt eben immer mehr.

Pierre hatte ihr die ganze Zeit über immer  wieder erzählt von Maria, von einer Frau die er getroffen hatte, mit der er aber nur reden würde, weil sie so alleine wäre in der Schweiz. Pierre war ein armer Schlucker, super reich geworden, durch die Kunst, die er verkaufte, aber innerlich schwach, und bedürftig nach Anerkennung, krankhaft fast.  Er war reich, fühlte sich aber noch immer nicht anerkannt und benutze andere um sein Ego zu streicheln zu lassen.  Erst lange Zeit später begriff Maria, dass Pierre, den sie anfangs so bewunderte und sicher seine Liebe irgendwo auch echt wahr, doch  eigentlich beide Frauen gegeneinander ausgespielt und noch dazu auch der Ehefrau mit dem Triumph „mich will noch eine andere“ das Herz gebrochen hat.  Low, very low.

Der Gentleman schweigt und genießt.   Das ist die Regel. Das muss die Regel sein. Niemanden verletzen. Komisch, die Frauen haben das begriffen. Pierre jedoch musste diese so sensible und wichtigste aller Regeln brechen. Nur des Egos wegen. Nur um zu verletzen und um sich einen Moment lang geliebt zu fühlen. Mit einer sehr ärmlichen Logik, nämlich der dass wenn andere traurig sind, man selber mehr geliebt wird.

Die Ehefrau wandte sich an Maria und wollte verstehen was Pierre zu ihr getrieben hat. Sie verstand nicht das Maria nur ein Pseudonym war, für alle andere Frauen dieser Welt. Es ging nicht um Maria. Es ging nur um das nicht vorhandene Ego von Pierre.  Das war schlimm, denn wie sollte Claire (die Ehefrau) das finden? Pierre würde es sicherlich nicht mit anderen Frauen finden, es lag irgendwo in seinerselbt vergraben.  Die ganze  Geschichte, all das was Maria mit Pierre schönes erlebt hatte, bekam durch den Briefwechsel mit Claire einen noch schlimmeren Nachgeschmack.

All das war schlimm genug, den Maria hatte nie vorgehabt, eine Ehe zu zerstören, glaubte jedoch naiverweise den Erzählungen Pierre´s, wie schlecht seine Beziehung sei, wie langweilig und nichtsagend, nicht kümmernd seine Frau ist, und das die Beziehung vorbei sei.

Die Frau erzählte eine ganz andere, glaubhaftere Version. Von einem Mann der sich um nichts kümmerte, die Frau eigentlich den ganzen Haushalt schmiss,  um Liebe bettelte und schon wegen Kleinigkeiten (räum den Tisch ab) mit eingeschnappten Reaktionen von Pierre zu tun bekam, „er ignorierte sie dann wochenlang, sprach kein Wort und versteckte sich, zog sich komplett zurück“.  Pierre hatte eine Liebe zu außergewöhnlichem Sex,  er konnte nur was fühlen wenn er andere bestrafte, er war so sagte er, ein Sadist und dachte wohl eine Zeitlang, dass er in Maria die perfekte Schülerin gefunden hätte. Was sie auch war.

Als es darauf ankam, machte er es wie immer – nicht mal fähig um ein nettes liebes Abschiedswort an Maria zu richten, ließ er sie so gehen.  Ohne ein Wort. Nichts, gar nichts sagte er mehr. Er ließ sie gehen und machte sich „aus dem Staub“.  So als sei er nie dagesessen. War Schwachheit in Wahrheit sein Charakterzug? Er zeigte sich feige.  Ist Schwachheit dasselbe wie feige sein?

Präsenz zu zeigen, da zu sein, in den Arm zu nehmen auch wenn es nur verbal ist, das ist es war Maria verdient hätte. Aber Pierre hatte sich einfach mal wieder verdrückt, so wie er das immer tat, wenn er sich nicht auseinandersetzen wollte. Er ließ andere im Ungewissen und versteckte sich. Maria kam damit nie klar. Noch weniger wahrscheinlich seine Ehefrau, Claire, aber komischerweise habe ich mit ihr kein großes Mitleid, man kann sich immer entscheiden, wie lange man Dinge erträgt oder nicht. Alle können das.

Als ich die Geschichte gelesen habe, war ich sehr betroffen, sie ging mir nahe.  Sind viele Männer so? Ich hoffe nicht alle.  Bequem. Unfähig präsent zu sein. Sich auseinander setzen wollen. Mutig sein. Drauflos gehen.  Vor allem sich nicht zu verstecken.  Diese Eigenschaft wurde im Buch beschrieben, als die Störendste von allem.  Liebe vorzugaukeln, von Liebe und Sehnsucht zu sprechen, der andere öffnet sich  und dann wenn es darauf an kommt, dann war Pierre nie da. Er war weg. Im Untergrund. Telefon aus, nicht erreichbar. Keine Reaktion für Tage, Wochen und dann auf einmal stand er wieder vor der Tür so als sei nie was gewesen.

In sicheren Hafen ist es doch letztendlich am besten?

In Italien sagt man – hinter dem Rockzipfel der Mama, fühlt sich der Mann am wohlsten.  Hinter der langweiligen, unglücklichen aber gut gesicherten Ehe viele Männer wohl auch.

Das viele Frauen auch heutzutage, obwohl sie arbeiten wie ihre Männer,  noch so viel mehr zu Hause machen, das Eheleben aufrechterhalten, dafür was tun, während der Mann denkt „versorge mich mal – denn ich habe auch andere Chancen“, ist keine gute Nachricht im Jahr 2018.   Die Frau macht die gesamten Einkäufe, schleppt alles an, pflanzt den Garten, versorgt die Kinder, als ob sie alleinerziehend wäre,  macht das Haus und der Mann findet etwas anderes worüber er sich dann aufregt und einen Grund hat, der Frau sein Missgefallen auszudrücken,  „oh die Spagetti sind aber zu weich gekocht“. Ja, dann hätte er mal selber gekocht.

Maria jedenfalls hatt ihre Zeit in der Schweiz gut weggesteckt obwohl es lange gedauert hatte.   Die Zeit mit Pierre – sie hat Narben in ihrer Seele hinterlassen. Männer die nur da sind, solange es einfach ist – braucht man nicht.  Außer man hat einmal guten Sex mit ihnen, dann aber sollte  er atemberaubend gut sein 🙂 Das war er wohl für Maria, denn sexuell kannte Pierre sich aus. Das muss man ihm lassen, er wusste alles darüber und war auch sehr belesen und klug. Ein belesner Mann. Trotzdem einfach schwach.  Die zwei Seiten eines Menschen. Bei vielen sehen sie nicht in so krasser Diskrepanz zu einander.

Maria hat die Zeit in der Schweiz und mit Pierre verarbeitet, indem sie ihr Tagebuch einen sehr bekannten Schriftsteller überließ, der daraus mein Lieblingsbuch gemacht hatte „11 Minuten“. Am Ende gewinnt immer die Ehefrau, zumindest bei eigentlich feigen Männern wie Pierre. Zu feige für wahrhaftige Veränderungen. Lieber unglücklich bleiben.

Pierre übrigens, so liest man in Nachspann, steckt noch immer in seiner unglücklichen Beziehung,  tut nichts dazu sie zu verbessern, überlässt nach wie vor seiner Frau alles, die  regelt alles für sie beide.

Nach außen hin spricht er noch immer so, als sei er Single und ist für jedes Abenteuer zu haben. Er wird immer älter doch die Geliebten bleiben immer gleich alt. Mittlerweile sind sie im Alter seiner Tochter oder noch jünger. Unverhohlen schaut er ihnen auf der Straße nach, im Bei sein, seiner Frau, die das ungeheuer verletzt.  Bemerkt sie es verbal, ist er empört und spielt es herunter.

Und wenns drauf ankommt – dann ist er verschwunden. Sprachlos, stumm, verkrochen.  Und all die zärtlichen Liebesbeschwörungen, die Maria so bekommen hatte, per Mail, per Brief,  stehen noch immer da, nach wie vor, wie ein Beweis, der aber keinerlei Verwurzelung hatte, leichtfertig ausgesprochen, einfach mal so.

Wahrhaftigkeit. Ein schönes Wort. Ein wichtiges Wort.  Da sein. Maria hat mich inspiriert. Umgebe Dich mit wahrhaftigen Menschen. Ein Mann als Partner, muss DA sein. Präsent sein. Darf auch mal schwach sein, ja. Aber doch in einer gleichwertigen Partnerschaft darf er ruhig stärker sein.

Fazit: Maria hatte an die Liebe geglaubt und viel gegeben,  SICH.  Hatte letztendlich dann aber verloren, nur an Erfahrung dazu gewonnen. Ich bin nicht sicher ob sie sich diese Erfahrung nicht hätte einfach sparen können.
Pierre war da solange es bequem und einfach war, eigentlich ist er ein Feigling, einer der abtauchte,   immer dann wenn es ein bisschen kritisch wurde, tagelang nicht reagierte auf nichts. Er hat Maria sehr verletzt.  Aber:  sie hätte es wissen müssen, denn Fazit: mische  Geschäftliches und Privates zu vermischen bringt Unglück.  Das gilt für die meisten Businesses. In einer Rolle der Abhängigkeit ist es umso schlimmer.

Love
Kimi

kultureller Escort Service München – Reiner Begleitservice München

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.