Gerüche und wir

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Bin gerade aufgewacht, heute ist es, nach all diesen tropischen Tagen und Nächten, kühl.
Ein frischer Morgen,  einer der sich DEUTSCH anfühlt. Sogar mein Oleander am Balkon blüht wie verrückt, Knospe an Knospe, übervolle Blüten, sogar der Oleander dachte, er sei in Italien. Und das im Juni.
ICH mag den Blick aus dem Fenster, vom Balkon, wenn man den Anschein hat, dass die Welt da draußen noch schläft.
Den ersten Schluck Kaffee ohne den ich mich nicht bewegen kann.  Die frechen Krähen die unsere Häuser besuchen und ihre „guten Morgen Rufe“. In den Morgenstunden bin ich empfänglich,  möchte den Tag der anfängt zu meinem ganz persönlichen machen, ihn quasi riechen.  Gerüche – sind anziehend oder abstoßend, gerade am Morgen scheint meine Nase besonders empfindlich.
In der Natur mag ich eigentlich nur die Natur riechen, die Erde, die feuchte Luft,  das Gras, die Blüten, keine parfümierten Menschen.

Ein bekannter Hotelier in Südtirol hat mir mal erzählt: „wenn hunderte Radfahrer im Tal unterwegs sind, kann ich das in ganz Alta Badia riechen.  Sind am Nachmittags die Golfer unterwegs ist die Luft schwer von Chanel und Tom Ford“.
Mich würde mal interessieren, wieso diese überteuerten Hightech Trikots eigentlich so stinken, abgesehen, dass sie furchtbar aussehen und sich irgendwie wie Plastik anfühlen.
Es mag sein, dass ich besonders empfindlich bin, aber Gerüche nehme ich einfach überall wahr.  Zwiebel, Eierspeisen in der Früh, drehen mir automatisch den Magen um, Männer die sich schon früh morgens viel zu sehr parfümieren auch, früher waren das mal die Frauen.  Es ist seltsam dass uns unser eigener Geruch nicht stört. Meistens jedenfalls.

Ich kann in Ekstase geraten, wenn die Natur duftet wie in meinen Kindheitserinnerungen, ländlich, bayrisch oder auch italienisch, damit bin ich aufgewachsen.  Ein guter Duft, dezent verteilt, lässt mich schnüffeln wie ein Hund, aber zu viel davon, macht mich krank.

Ungewaschene Menschen mit 3 Tage alten Knoblauchgeruch, der aus jeglicher Pore ihrer Haut kommt, auch.  Mein Magen spielt verrückt. Frischen Knoblauchgeruch dagegen mag ich.
Und zu erfahren, dass jemand, der einen halben Meter vor einem steht, mit dem Pesto oder mit den in Knoblauchöl geschwenkten Zucchini übertrieben hat, ist schlicht ein wenig zuviel des Guten, gezwungen diesen einzuatmen in der Enge eines Aufzuges oder im Bus ist  fast nicht auszuhalten.
Bin ich auf dem Land und ein Bauer fährt Odel aus, stink das auch, doch dieser Geruch  gehört zum wahren Leben,  den finde ich  überhaupt nicht schlimm.
Frische Kaffeebohnen, ein toller Geruch, schon allein deswegen, liebe ich meine Kaffeemaschine, sie mahlt die Bohnen. Der Duft frischer Kaffeebohnen ist einfach sensationell.
Das erinnert mich an Kopi Luwan Kaffee. Schon mal  gehört? Er wird aus Kaffeebohnen gewonnen, die indonesische Schleichkatzen verdaut und wieder ausgeschieden haben. Eine weltberühmte Spezialität!

Ich möchte abschließend „Fernando Pessoa“ zitieren, einen sehr sensiblen Dichter:

Wenn ich manchmal sage, dass die Blumen lächeln,
und wenn ich sagte, dass die Flüsse singen, dann nicht, weil ich dächte, dass es in den Blumen Lächeln gibt und Gesang im Fließen der Flüsse.
Sondern weil ich damit die falschen Menschen
die wirklich wahre Existenz der Blumen und Flüsse spüren lasse

Ja, die Düfte des Lebens, sie haben uns viel zu erzählen, auch über Menschen und uns selbst.

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2 Gedanken zu „Gerüche und wir

  1. Servus Kimi,

    toll geschrieben. Lass eine Fortsetzung folgen, aber google vorher unter „Pheromone“.

    Liebe Grüße

    Hermann

  2. ok mach ich, wenn ich mag. Über Pheromone ist schon viel zu viel geschrieben worden und viele sind dadurch ganz reich geworden. Ich persönlich glaube an Gerüche – sympathisch oder nicht, passt zu mir oder nicht, aus Gründen der Fortpflanzung, so gemacht, schlaue Natur. Die Wahrscheinlichkeit Neuwuchs zu bekommen ist größer, wenn man sich riechen kann, viel größer, kluge Natur.

    Pheromone als Parfüm – daran glaube ich nicht, aber in USA sind einige „Betrüger“ damit sehr reich geworden.

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